Portfolio

Andreas Conrad ist Cembalist, Ensembleleiter und Kantor an der Stadtkirche St. Georg, Schmalkalden.

Aufgabe eines Redners in der Antike war es, das Publikum von seiner Rede zu überzeugen, indem er es unterrichtete (lat. docere), erfreute (lat. delectare) und bewegte (lat. movere). Dieses Grundanliegen wurde von den Musikern der Renaissance und des Barock in ihre Kompositionen und ihre Musizierweise übernommen. Auch Musik sollte unterrichten, erfreuen und bewegen.

unterrichten

Mein Unterricht und meine Proben zielen in je eigener Weise darauf, Schüler und Chöre zum eigenständigen Musizieren zu ermutigen und mit dem dafür notwendigen Wissen auszustatten. Dabei steht der Musizierende mit seinen Gaben und seiner Persönlichkeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Musik kann uns verändern und begeistern. Das soll spürbar werden. Deshalb liegt es mir am Herzen zu fordern und zu fördern. Und es erfüllt mich mit Freude, wenn Menschen wachsen – persönlich und musikalisch.

Auf Anfrage unterrichte ich Cembalo, Orgel und Ensembleleitung.

Hörgenuss und musikalischen Bildung geben sich in Gesprächskonzerten die Hand: Allein oder zusammen mit anderen Musikern gebe ich musizierend und erzählend Einblick in das barocke Instrumentalspiel und die verschiedenen Stile der Alten Musik. Orgelführungen mit Klangbeispielen und einem Blick in das Innere des Instruments lassen Kinder und Erwachsene nicht selten staunen, wie viel Musik und Physik miteinander zu tun haben.

erfreuen

Seit meiner Kindheit erfreut mich die Musik der Renaissance und des Barock – im Besonderen die Musik Johann Sebastian Bachs. Das ist ein Grund, warum ich Cembalist und Kirchenmusiker geworden bin. Grundsätzlich erfreut mich jedoch unabhängig von der Stilrichtung eines: gutgemachte und vor allem handgemachte Musik.

Empathie und Musizierfreude sind tragende Elemente meiner Arbeit – unabhängig davon, ob ich mit musikalischen Laien oder mit Profimusikern zusammen arbeite.

Besonders in Gottesdiensten ist mir eine bewusste liturgische und musikalische Gestaltung wichtig. Musik erfreut das Herz und dient der Rekreation des Menschen. Dabei eröffnen sich Wort und Musik gegenseitig Spielräume, in denen Menschen das Evangelium – die frohe Botschaft Gottes – erfahren. Mein liturgisches Orgelspiel soll Menschen deshalb Lust auf eine aktive Gestaltung des Gottesdienstes und im Besonderen auf das Singen machen.

bewegen

Oft ist es uns nicht mehr bewusst, aber ein großer Teil der europäischen Musik basiert auf Tanzmusik. Als Jugendlicher unterrichtete mich meine Cembalolehrerin in den barocken Tanzschritten zu den Stücken, die ich spielte. Weiterer Tanzunterricht folgte und ich lernte: Nur wer die Bewegung zur Musik kennt, kann sie lebendig und wiederum bewegend darstellen.

Martin Luther nannte die Musik eine „Lenkerin und Herrin der menschlichen Affekte“. Auch in dieser Hinsicht bewegt Musik: Sie bringt uns zum Lachen und zum Weinen. Sie führt in die Stille und ins rauschende Feiern. Musik ist Leben in all seinen emotionalen Facetten. Diese Grundsätze leiten mich heute sowohl im konzertanten als auch im gottesdienstlichen Musizieren.